UK hat seine Porno-Sperre nun etabliert. Der auf einer Sperrliste basierende Filter ist erst mal aktiv und kann einzeln vom Nutzer wohl ausgeschaltet werden. Allerdings bezweifle ich einen würdevollen Zugang zu der Möglichkeit.

Ein Anruf der Hotline mit dem Handy in der voll besetzten Bahn und dann laut wiederholend: “Ja, ich möchte die Pornos sehen” empfiehlt sich jedenfalls nicht.

Und wie lange das nur darauf begrenz bleibt ist auch spannend. Wann kommen Glücksspiel, Drogen und Medikamente auf den Filter? Danach dann extremistische Inhalte. Und was dann?

blockupy 2013 hr-onlineSo sieht es aus, wenn man während einer Großdemo den innerstädtischen Verkehrsfluss betrachten will. Nix!

Die Kameras um Frankfurt herum laufen dagegen fehlerfrei. Nur die in der Innenstadt haben angeblich ein technisches Problem. Irgendwie unglaubwürdig.

Zum selber nachschauen einfach nach hr-online springen.

Update: Laut hronline: “Wir erhalten Kamerabilder von Verkehrsleitzentrale Frankfurt mainziel.de – Dort sind Kameras seit 29.05.(!) down”. Wer den Link zu deren Popup hier findet, kann ja mal selber über die alten Bilder staunen.

Update 2: Laut mainziel: “Unsere Verkehrskameras sind nicht ausgefallen sondern lediglich die Übertragung ins Internet wurde aus Datenschutzgründen abgeschaltet.
Dies geschieht immer, wenn die Polizei unsere Kameras zur Verfügung gestellt bekommt, z.B. auch bei den letzten Bombenentschärfungen oder beim Wolkenkratzerfestival.

Aus Datenschutzgründen stehen die Bilder generell nur zu Dienstzeiten der Verkehrsleitzentrale zur Verfügung:
Montag bis Freitag    zwischen 6 und 20 Uhr,
am Samstag        zwischen 8 und 16:30 Uhr.”

Was soll das denn nun wieder sein? Darf man die zu einem verweisende Verlinkung ausschließlich für positive Berichterstattung erlauben? Ist das noch legal? Golem berichtet dazu:

Auf die Seite der Londoner Olympia-Macher darf laut Nutzungsbedingungen nur verlinken, wer unkritisch berichtet.

Wenn das um sich greift, ist das Internet irgendwann ohne Anker. Und wer will schon auf Olympia (Locog)  verlinken?

Und wieder wird die Zensursau durchs Dorf getrieben. Dabei kann man einfach nicht für alle zufriedenstellend ein sauberes Netz definieren. Gerade erst hat Russland seine Sicht auf ein sauberes Netz dargelegt, das wars dann wohl mit der Opposition dort, wenn sowas durchkommt.

Aber die Technik für die Zensur wird sicher erprobt aus Deutschland kommen, denn es geht ja um die Kinder, äh, die Arbeitsplätze, den Aufschwung, die Wirtschaft, egal. Wir finden schon was.

Und wieder jemand, der lieber global wirtschaftlich expandieren will und dafür Zensur inkauf nimmt. Twitter zensiert nun länderabhängig seine Tweets und nennt ausgerechnet Deutschland als Beispiel für Zensurbedarf? Ist das traurig!

Wenn die alten Herren von Film-, Buch- und Musikindustrie bei der Planung des Internets auch nur ein Wörtchen zu sagen gehabt hätten, wären wir heute maximal noch beim BTX-Ausbau aber am besten noch ganz ohne Rückkanal. Bitte nur konsumieren, Daten fließen um Himmels Willen nur in Richtung Kunden-Opfer und er darf als Rückkanal maximal sein Bankkonto nutzen für diesen Mehrwert-Service – mehr Wert für die Industrie natürlich nur.

Und bei den Forderungen nach Zensur im netz bitte immer schön auf dem Niveau von Pakistan, Libyen  und anderen kulturellen Vorreitern bleiben. Der Westen hat da ja schon mit Erfolg seine Filtertechniken erproben dürfen.

So sollte es sein: Erst ein Gesetz verabschieden, es dann nur zögerlich unterschreiben, niemals durchsetzen und dann schnell wieder abschaffen.

Meldung bei spiegel vom 24.6.2011:

Die Türkei will bestimmte Wörter und Inhalte aus dem Internet verbannen

So unterschiedlich die Kulturkreise zwischen West und Ost auch sind, bei der Zensur ist man sich als Mittel also einig!

Meldung bei golem vom 23.6.2011:

Weil die Öffentlichkeit Internetsperren ablehnt, wenn sie wie in Deutschland breit diskutiert werden, wollte das EU-Parlament die Debatte beenden

Nur die Debatte oder das Verfahren der Zensur und Sperre? Das finde ich bedenklich schwammig ausgedrückt.

Meldung bei heise vom 23.6.2011:

In Australien und Großbritannien sorgen neue Vorhaben für “freiwillige” Websperren für Unruhe.

Dieses freiwillig ist da wohl genauso ernst zu nehmen, wie die freiwilligen Zuzahlungen der Banken zur Griechenland-Krise?